GHK-Cu: Nebenwirkungen, Sicherheit und Rechtslage in Deutschland
Peptika Redaktion · Veröffentlicht · Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit

GHK-Cu ist der Kupferkomplex des Tripeptids Glycyl-Histidyl-Lysin. Das Peptid kommt natürlicherweise im menschlichen Plasma vor; seine Konzentration nimmt mit dem Alter ab. In der Hautforschung ist GHK-Cu eines der bekanntesten Peptide, und als „Copper Tripeptide-1“ steckt es in zahlreichen Kosmetika. Zwei Fragen stellen sich besonders häufig: Welche Nebenwirkungen hat GHK-Cu, und ist es in Deutschland legal?
Zwei sehr unterschiedliche Formen
Für die Sicherheitsfrage ist die Darreichungsform entscheidend:
- Kosmetisch (topisch): GHK-Cu in Cremes und Seren, meist in niedriger Konzentration. Hierzu gibt es die meisten Erfahrungen am Menschen.
- Hochreines Lyophilisat: Pulver für die Laborforschung, z. B. für Zellkultur- oder Tiermodelle. Für eine Anwendung durch Injektion am Menschen gibt es keine zugelassenen Produkte und keine kontrollierten Sicherheitsstudien.
Was zur Verträglichkeit bekannt ist
Topische Anwendung: In veröffentlichten Hautstudien mit GHK-Cu-haltigen Cremes wurde das Peptid gut vertragen; beschrieben werden vor allem die bei Kosmetika üblichen lokalen Reaktionen wie Rötung oder Hautreizung bei empfindlicher Haut. Ein Überblick über die Studien findet sich bei Pickart und Margolina (2018).
Zell- und Tiermodelle: Untersucht wurden Wirkungen auf Kollagen- und Elastin-Synthese, Wundheilung, Entzündungsmarker und die Genexpression. Toxische Effekte standen dabei nicht im Vordergrund; systematische Toxizitätsstudien nach Arzneimittelstandard für injizierbare Formen sind dagegen nicht veröffentlicht.
Injizierbare Anwendung: Hierzu gibt es keine kontrollierten Studien. Online berichtete Reaktionen an der Einstichstelle, Rötung oder Brennen sind Einzelberichte ohne Kontrollgruppe.
Kupfer: ein häufiges Missverständnis
GHK bindet Kupfer(II)-Ionen sehr fest. Die in Hautstudien eingesetzten Kupfermengen sind im Vergleich zur täglichen Kupferaufnahme über die Nahrung gering. Eine Kupferüberladung ist bei kosmetischer Anwendung nicht beschrieben. Bei Menschen mit gestörtem Kupferstoffwechsel (z. B. Morbus Wilson) gelten für alle Kupferquellen besondere Vorsichtsregeln.
Ist GHK-Cu in Deutschland legal?
Hier lohnt die Unterscheidung nach Produktkategorie:
- Kosmetika: GHK-Cu ist als „Copper Tripeptide-1“ ein in der EU gelisteter kosmetischer Inhaltsstoff (CosIng-Datenbank). Kosmetika mit GHK-Cu sind legal, wenn sie die Anforderungen der EU-Kosmetikverordnung erfüllen.
- Arzneimittel: Ein Arzneimittel mit GHK-Cu ist in Deutschland nicht zugelassen. Ein Produkt, das zur Anwendung am oder im Menschen mit Heilversprechen angeboten wird, fiele unter das Arzneimittelgesetz.
Ausführlich: Sind Peptide legal in Deutschland?
GHK-Cu in Kosmetik erkennen
In der Inhaltsstoffliste (INCI) heißt GHK-Cu Copper Tripeptide-1. Seren und Cremes mit nennenswertem Anteil sind meist blau oder blaugrün gefärbt, weil das Kupfer-Ion diese Farbe gibt. Ein farbloses Produkt mit „Kupferpeptid“ im Namen enthält oft nur wenig davon.
Kombination mit anderen Wirkstoffen
Kupferpeptide gelten in Rezepturen als empfindlich gegenüber stark sauren Wirkstoffen und Ascorbinsäure (Vitamin C): Bei niedrigem pH-Wert kann sich das Kupfer aus dem Peptid lösen, und Vitamin C kann mit Kupfer reagieren. Kosmetikhersteller empfehlen deshalb häufig, Kupferpeptide und Säure- oder Vitamin-C-Seren zu unterschiedlichen Tageszeiten aufzutragen. Mit Retinoiden, Niacinamid oder Hyaluronsäure werden keine solchen Unverträglichkeiten beschrieben.
Kosmetik und Referenzmaterial: der Unterschied
| Kosmetikprodukt | Referenzmaterial (Forschung) | |
|---|---|---|
| Rechtsrahmen | EU-Kosmetikverordnung, Sicherheitsbewertung | kein Kosmetikum, kein Arzneimittel |
| Form | fertige Creme oder Serum | lyophilisiertes Pulver mit Laborbericht |
| Angabe | INCI „Copper Tripeptide-1“ | Reinheit und Identität je Charge |
Zur Anwendung in der Hautpflege: GHK-Cu Anwendung und Dosierung in Studien.
Häufige Fragen
Weiterlesen
Quellen
- Pickart L, Margolina A. Regenerative and Protective Actions of the GHK-Cu Peptide in the Light of the New Gene Data. Int J Mol Sci. 2018;19(7):1987.
- Pickart L, Vasquez-Soltero JM, Margolina A. GHK Peptide as a Natural Modulator of Multiple Cellular Pathways in Skin Regeneration. BioMed Res Int. 2015;2015:648108.
- Europäische Kommission, CosIng-Datenbank: Copper Tripeptide-1 (INCI).
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=GHK-Cu%20copper%20peptide


